Protokollierung

Bei jeglichen Fehlern, die sich auf den GeoServer zurückführen lassen (wie z.B. keine oder falsche Antwort eines Kartendienstes) ist das Protokoll die erste Anlaufstelle. Das GeoServer Protokoll lässt sich dabei entweder direkt über die GUI oder aus dem Dateisystem (/usr/local/lib/geoserver-2.13.2/data_dir/logs/geoserver.log) aufrufen. Bei schwerwiegenden Problemen bzw. Fehlern steht der Logging-Message das Kürzel ERROR vor, rein informativen Protokollmeldungen das Kürzel INFO.

Für die Protokollierung des GeoServers lassen sich verschiedene Profile einstellen. Diese unterscheiden sich in der Sensitivität, in der die Prozesse des GeoServers protokolliert werden. Das zu verwendende Protokoll kann über die GeoServer-Weboberfläche im Bereich Einstellungen -> Global konfiguriert werden. Der Wechsel eines Profils wirkt sich sofort aus, d.h. der GeoServer muss nicht neu gestartet werden!

Protokollierung in der GeoServer-Weboberfläche
Protokollierung in der GeoServer-Weboberfläche

Ist die Checkbox bei Ausführliche Fehlerausgaben gesetzt, wird der volle Java-Stacktrace in die Log-Datei geschrieben. Da hierdurch größere Log-Dateien verursacht werden, ist diese Einstellung nur für das Debuggen zu empfehlen.

Hier eine kurze Erläuterung einiger Protokoll-Profile:

Profil Beschreibung
DEFAULT_LOGGING Mittleres Protokolllevel auf fast allen Modulebenen des GeoServers.
GEOSERVER_DEVELOPER_LOGGING Ausführliche Protokollierung auf Ebene des Moduls GeoServer. Nur sinnvoll, wenn der GeoServer debuggt wird.
GEOTOOLS_DEVELOPER_LOGGING Ausführliche Protokollierung auf Ebene des Moduls Geo-Tools. Diese Auswahl kann nützlich sein, wenn überprüft werden soll, welche SQL Statements (z.B. bei einer GetFeature-Abfrage) an die Datenbank gesendet werden.
PRODUCTION_LOGGING Minimale Protokollierung, nur Fehler werden ausgegeben. Diese Einstellung ist für den Produktiveinsatz zu wählen.
VERBOSE_LOGGING Ausführliche Protokollierung auf allen Ebenen des GeoServes. Nur sinnvoll, wenn der GeoServer debuggt wird.

Wir wollen das Protokoll des GeoServers nun live über das Dateisystem beobachten. Dazu führen müssen die folgenden Schritte ausgeführt werden.

  1. Stellen Sie das VERBOSE_LOGGING-Profil ein.
  2. Der GeoServer auf der OSGeoLive ist so konfiguriert, dass nicht automatisch in die Protokolldatei, sondern in die Standardausgabe des Java-Prozesses geschrieben wird. Wir müssen also den Haken bei in die Standardausgabe schreiben entfernen, sodass das Protokoll in die Datei /usr/local/lib/geoserver-2.13.2/data_dir/logs/geoserver.log geschrieben wird.
  3. Speichern Sie die Einstellungen (unten).
  4. Öffnen Sie die Konsole und führen Sie den folgenden Befehl aus:
less +F /usr/local/lib/geoserver-2.13.2/data_dir/logs/geoserver.log

Normalerweise würde man statt less +F den Befehl tail -f verwenden. Dies funktioniert auf der OSGeoLive aber aus unbekannten Gründen nicht. Die Live-Beobachtung der Datei kann durch das Drücken der Tastenkombination STRG + C beendet werden.

  1. Öffnen Sie eine Layer-Vorschau und beobachten Sie wie sich das Protokoll verändert.

Die folgende Abbildung stellt diese Schritte dar:

Protokolleinstellungen und Layer-Vorschau
Protokolleinstellungen und Layer-Vorschau

Sie können nun live beobachten wie sich der Inhalt der Logdatei verändert. Dabei sehen Sie immer das Ende der Protokolldatei. Jede Interaktion in der Vorschau des Layers (z.B. Zoomen oder Klicken) kann nun im Protokoll nachvollzogen werden. Sie können das Protokollprofil auch ändern, um zu beobachten wie sich die Sensitivität der Ausgabe verändert.

Live-Beobachtung der Protokollierung
Live-Beobachtung der Protokollierung

Das GeoServer-Logging-System basiert auf der Java-Logging-Bibliothek Log4J. Somit gibt es zusätzlich die Möglichkeit eigene LOGGING-Profile zu definieren und diese im Geoserver-Datenverzeichnis im Unterordner logs/ bereitzustellen. Näheres hierzu finden Sie hier.

Im folgenden Abschnitt geht es mit dem Thema GeoWebCache (GWC) weiter.